Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Aba, Samuel

Aba, Samuel, König von Ungarn 1041-1044, * um 990, † Feldebrő nach 5.07.1044, aus der Führerschicht der Kabaren.

Leben

A. heiratete die jüngste Schwester Stephans I. und wurde sein comes palatii. Eine konservativ-reaktionäre Palastrevolution erhob ihn auf den Thron, und seine Herrschaft trug archaisch-primitive Züge. Anfang 1042 versuchte er Heinrich III., der den gestürzten Peter gnädig aufgenommen hatte, mit überraschenden Angriffen auf die Ostmark und Kärnten einzuschüchtern. Beim deutsch-böhmischen Herbstfeldzug wich A. einer Schlacht aus, eroberte aber das besetzte Nordostungarn nach Abzug Heinrichs sofort zurück. 1043 konnte A. nur durch reiche Geschenke und Aufgabe der von König Stephan 1030 eroberten Gebiete den Krieg abwenden. Inzwischen suchte er durch Aufhebung der Gesetze und Steuern Peters die Gemeinfreien zu gewinnen, entfremdete sich aber immer mehr von den Großen und auch der Kirche. Bischof Gerhard von Csanád tadelte ihn öffentlich wegen der Ermordung vieler Gegner. 1044 gelang es Heinrich, von ungarischen Flüchtlingen geführt, die Grenzsperren zu umgehen und A. am 5. Juli 1044 bei Ménfő, wo der König von einem Teil seines Heeres im Stich gelassen wurde, zu schlagen. Der fliehende A. wurde laut ungarischer Tradition in Feldebrö von seinen Untertanen getötet, nach deutschen Quellen gefangen genommen und hingerichtet. Seine erbeutete vergoldete Lanze und Krone schickte Heinrich III. nach Rom.

Literatur

Kristó, Gyula: Megjegyzések az ún. „pogány lázadások“ kora történetéhez. In: Acta Univ. Szeged., Acta hist. 18 (1965) 1-58.
Kovács, Béla: Adatok Feldebrő történetéhez. In: Müv.-tört. Ért. 17 (1968) 124-125.

Verfasser

Thomas von Bogyay (GND: 118550950)


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