Pavlović (auch Pavlov), Partenij, bulgarischer Schriftsteller und Bischof der serbisch-orthodoxen Kirche, * Silistra um 1695, † Karlowitz 29.04.1760.
Leben
Nach seiner Ausbildung in griechischen Schulen in Silistra und Bukarest hielt sich P. in verschiedenen italienischen Städten auf (Venedig, Rom, Neapel u. a.), um von hier aus in die Türkei zurückzukehren (Korfu, Janina, Kostur). In Kostur studierte er beim „Philosophen Metodij“ (Methodios Antrakitis) Logik, Mathematik und die „kartesianische Lehre“. Über Valona in Albanien gelangte er nach Ohrid (1718). Dann begab er sich nach Risan in Dalmatien. Hier lehrte er selbst und wurde (1720?) Mönch im serbischen Kloster Savina (bei Hercegnovi in der Bucht von Kotor). Von nun an blieb er der serbischen orthodoxen Kirche verbunden, in der er verschiedene geistliche Ämter bekleidete: 1726 wurde er Hieromonachos in Karlowitz, danach Protosyngellos in Peć, von 1742 bis 1748 war er Geistlicher in der serbischen Kirche des hl. Georg (Djordje) in Wien. 1749 wurde er in Buda zum Archimandriten ernannt und am 4. September 1751 in Karlowitz zum Bischof ohne Diözese gewählt. Als solcher wurde er offiziell vom Metropoliten Pavle Nenadović am 14. September 1751 eingesetzt.
Im Dienste der serbischen Kirche entfaltete P. eine aktive Tätigkeit: er wurde mit der Revision der Klöster in der Fruška gora betraut, begleitete den Patriarchen Arsenije IV. und den Metropoliten Nenadović zu Audienzen bei Maria Theresia am österreichischen Kaiserhof, korrespondierte mit dem russischen Hof, hielt zahlreiche Predigten usw. Er unternahm viele Reisen, 1733-1735 besuchte er auch Bulgarien.
P. hat mehrere Werke in kirchenslawischer Sprache hinterlassen: eine Autobiographie (1757), Gedichte, Übersetzungen religiöser Schriften aus dem Griechischen u. a., mit denen er sich als typischer Vertreter einer südslawisch-orthodoxen Kultur des Barock ausweist. Besonders interessant ist seine Autobiographie. Sie ist das erste Werk eines bulgarischen Schriftstellers, das sich von der verspäteten mittelalterlichen Tradition der Epoche loslöst und im neuzeitlichen Sinne den einzelnen Menschen zum Gegenstand der literarischen Darstellung macht. P. porträtiert sich als hochgebildeten, streitbaren Priester, der ein bewegtes Wanderleben führt, für den wahrhaften orthodoxen Glauben eintritt und deshalb von Katholiken und Mohammedanern verfolgt wird. Er ruft die Katholiken auf, sich zum orthodoxen Glauben zu bekehren, damit die gläubige Christenheit siegreich gegen die Heiden (Mohammedaner) und Ketzer (Lutheraner, Calvinisten) kämpfen könne. P. verherrlicht die russische und österreichische Monarchie. Als Dichter folgt er dem Vorbild der russischen syllabischen Poesie.
Literatur
Ruvarac, Dimitrije: Avtobiografija Partenija Pavlovića. In: Srpski Sion 15 (1905) H. 14-19.
Kiselkov, V. Sl.: Prouki i očerti po starobŭlgarska literatura. Sofija 1956, 384-389.
Angelov, Bonju St.: Suvremennici na Paisij. Bd 2. Sofija 1964, 5-59, 197-232.
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