Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Akropolites, Georgios

Akropolites, Georgios, byzantinischer Diplomat und Historiker, * Konstantinopel 1217, † ebd. 1282, bekanntestes Mitglied einer seit dem 10. Jh. erwähnten Familie.

Leben

Da Konstantinopel seit 1204 in der Hand der Kreuzfahrer war (4. Kreuzzug), erhielt A. seit 1233 seine Ausbildung am Hof der kleinasiatisch-byzantinischen Herrscher in Nikaia, für die (Joannes III. Vatatzes bis Michael VIII. Palaiologos) er bis an sein Lebensende vor allem als Diplomat (seit 1246 war er Logothet), zeitweilig auch in militärischer Stellung tätig war. So übertrug ihm Theodor II. 1256 sogar den Oberbefehl gegen Michael II. von Epirus; dabei geriet er 1257 (-1259) in Gefangenschaft.
Aufgrund seiner Fähigkeiten war A. Erzieher des Thronfolgers und späteren Kaisers Theodor II. Laskaris. Nach der Rückeroberung Konstantinopels unter Michael VIII. (1261) lehrte er mehrere Jahre Philosophie und Mathematik. 1274 erschien A. als kaiserlicher Gesandter auf dem Unionskonzil von Lyon und beschwor die römisch-griechische Kirchenunion. Eine letzte Gesandtschaft führte ihn noch 1282 nach Trapezunt.
Neben kleineren Schriften verfaßte A. eine die Jahre 1203-1261 umfassende „Chronike syngrafe“ (vom Angriff der Lateiner auf Konstantinopel bis zu dessen Wiedereroberung durch die Byzantiner), u. a. eine Hauptquelle der epirotisch-albanischen und bulgarischen Geschichte der Zeit.

Literatur

Heisenberg, August (Hrsg.): Georgii Acropolitae opera. 2 Bde. Leipzig 1903.
Moravcsik, Gyula: Byzantinoturcica. Bd 1. Berlin 1958(2).
Beck: S. 674-675.
Polemis, Demetrios I.: The Doukai. London 1968, S. 82-84.

Verfasser

Günter Prinzing (GND: 1062916441)


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