Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Bălcescu, Nicolae

Bâlcescu, Nicolae, rumänischer Historiker, Politiker und Revolutionär, * 1819, † Palermo 16.11.1852, aus einer walachischen Bojarenfamilie.

Leben

B. ging im Bukarester „Sfîntul Sava“-Gymnasium zur Schule, wonach er die Offizierslaufbahn einschlug. Als maßgebender Teilnehmer an einem revolutionären Komplott, das die Vereinigung der Donaufürstentümer zum Ziel hatte, wurde B. 1840 verhaftet und zu drei Jahren Kerker verurteilt. Während der Haft zog er sich die Schwindsucht zu, eine Krankheit, an der er zehn Jahre später verstarb. Aus dem Gefängnis wurde B. 1843 entlassen. Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit entfaltete er in den folgenden Jahren eine äußerst rege revolutionäre Tätigkeit. Er unterhielt enge Beziehungen zu rumänischen und französischen revolutionären Gruppen und Persönlichkeiten in Frankreich und dem übrigen Ausland und gehörte mehreren walachischen Organisationen mit zum Teil geheimem Charakter an. Als einer der wichtigsten walachischen Verfechter liberaler und nationaler Gedanken seiner Zeit nahm er entscheidenden Anteil an der Vorbereitung der Revolution von 1848/49 in seiner Heimat und übte für kurze Zeit das Amt des Sekretärs der revolutionären, provisorischen Regierung aus. Er war Mitbegründer der geheimen Organisation „Frăţia“ (Die Bruderschaft) im Jahre 1843 und hatte 1845 das Amt eines Sekretärs des Literaturverbandes „Asociaţia literară“ inne.
Nach der Niederwerfung der Revolution flüchtete B. nach Siebenbürgen, wo er engen Kontakt zu der dortigen revolutionären Bewegung aufnahm. Hier schloß er sich der von Avram Iancu angeführten Gruppe an und versuchte, zwischen den rumänischen und den magyarischen Revolutionären zu schlichten. Von Siebenbürgen aus begab sich B. nach Paris und London, wo er seine revolutionäre Tätigkeit fortsetzte. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Aufsätze und ein umfangreicher Briefwechsel. Sowohl in Frankreich als auch in England trat er auch als Redner hervor. Nach der Verschlechterung seines Gesundheitszustands unternahm er den Versuch, in seine Heimat zurückzukehren, was ihm jedoch verweigert wurde. Er verstarb am 16. November 1852 in Palermo und wurde in einem Massengrab beigesetzt.
Neben zahlreichen politischen Aufsätzen hinterließ B. auch einige größere historische und politisch-philosophische Werke. In Zusammenarbeit mit dem Siebenbürger Historiker und Revolutionär August Treboniu Laurian gab er in den Jahren 1845 bis 1847 fünf Bände des „Magazin istoric pentru Dacia“ heraus, eine Sammlung historischer Quellen aller Art sowie eigener Abhandlungen und Kommentare, die zur Festigung des historisch-patriotischen Bewußtseins seiner Landsleute bestimmt war. Sein stark ausgeprägter Patriotismus enthielt jedoch auch eine deutliche soziale Komponente. B. trat wiederholt mit allem Nachdruck für eine großzügige Agrarreform, für das allgemeine Wahlrecht und für die Errichtung einer demokratischen Republik ein.

Literatur

Zane, G.: Aspecte ale vieţii lui N. Bălcescu în lumina unor documente inedite. In: Studii 13 (1960) 37-56.
Bodea, Cornelia şi Paul Cernovodeanu: Materiale noi pentru biografia lui Nicolae Bălcescu. In: Studii 16 (1963) 373-408.
Suta-Selejan, Sultana: Gândirea economică a lui Nicolae Bălcescu. Bucureşti 1967.

Verfasser

Dionisie Ghermani (GND: 118893238)


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