|
|
|
Buzuku, Gjon, albanischer Schriftsteller, * vermutlich Anfang des 16. Jh.s.
Leben
B. veröffentlichte im Jahre 1555 das erste albanische Buch, das unter dem Titel „Missale“ („Meshari“ = Meßbuch) bekannt ist. Es enthält die Liturgie der Sonn- und Feiertage, das kleine Marienoffizium, sieben Bußpsalmen, Litaneien, die Totenmesse, Ritualien mit Glaubensunterweisungen auf 94 Blättern, d. h. 188 Seiten in zwei Kolumnen geteilt. „Meshari“ wurde zum ersten Mal im Collegium de Propaganda Fide in Rom im Jahre 1740 von dem albanischen Prälaten Gjon Nikollë Kazazi aus Gjakova (Djakovica) entdeckt. Jetzt befindet es sich als Unikat in der Bibliothek des Vatikans; es fehlen ihm 16 Blätter, davon 8 am Anfang und das Titelblatt, auf denen Angaben über den Druckort und den Autor stehen sollten. Aus dem Kolophon am Schluß erfährt man den Namen des Autors und den seines Vaters, der Bdek hieß, und auch, daß B. Priester war.
Die Forschung ist sich darüber einig, daß B.s Werk dem Sprachtyp nach zwischen Shkodra und Bar (Tivar) entstanden sein muß. In ihm verknüpfen sich die lateinische Tradition Dalmatiens und die volkssprachige (d. h. slawische) liturgische Überlieferung des Hinterlandes. Da letztere zumindest orthodoxieverdächtig war, wurden derartige Übersetzungen - so vermutlich auch B.s „Meshari“ - von Rom nicht immer gebilligt. Das Werk ist im Altgegischen verfaßt; seine Sprache, die erst seit den letzten 20 Jahren gründlich untersucht wird, stellt das wichtigste Dokument der albanischen Sprachgeschichte dar.
Literatur
Ressuli, Namik: 11 „Messale“ di Giovanni Buzuku - riproduzione e trascrizione. Città del Vaticano 1958.
Çabej, Eqrem: „Meshari“ i Gjon Buzukut (1555). Botim kritik. 2 Bde. Tiranë 1968.
Camaj, Martin: II „Messale“ di Gjon Buzuku - contributi linguistici allo Studio della genesi. Roma 1960.
|
|
|
|
|